Welche 4 Verfahren für Halle, Maschine und Anlage infrage kommen
Vier Verfahren decken die meisten Fälle ab. Trockeneisstrahlen schießt gefrorene Kohlendioxid-Pellets auf die Fläche und löst Fett, Öl, Farbe oder Ruß, ohne Feuchtigkeit zu hinterlassen. Hochdruckreinigung setzt Wasser unter sehr hohem Druck ein und entfernt Ablagerungen aus Rohren und von Maschinenflächen. Chemische Reinigung löst Verschmutzungen mit Reinigungsmitteln, etwa Fett an Küchenanlagen oder Kalk an Kühltürmen. Und trockenes Absaugen mit Industriesaugern holt Staub und feinen Schmutz aus Hallen, ohne etwas zu verteilen.
Trockeneisstrahlen arbeitet mit minus 78,5 Grad kalten Pellets bei einem Druck von 6 bis 14 bar und hinterlässt keine Rückstände. Hochdruckreinigung erreicht beim Schneiden von Rohren bis zu 3.000 bar; zum reinen Reinigen genügen meist niedrigere Druckstufen. Diese Kraft macht beide Verfahren wirksam, aber auch gefährlich, wenn Sie nicht vorbereitet sind.
| Verfahren | Wie es wirkt | Wofür es sich eignet | Was danach übrig bleibt |
|---|---|---|---|
| Trockeneisstrahlen | Minus 78,5 Grad kalte Pellets bei 6 bis 14 bar sprengen den Schmutz ab | Maschinen, Elektronik, Lackflächen | Nichts, die Pellets verdampfen sofort |
| Hochdruckreinigung | Wasser mit sehr hohem Druck, bis 3.000 bar beim Rohr-Schneiden | Rohre, Behälter, Maschinenflächen | Schmutzwasser, muss aufgefangen werden |
| Chemische Reinigung | Reinigungsmittel lösen Fett, Öl oder Kalk | Küchenanlagen, Kühltürme, stark verschmutzte Flächen | Reinigungsmittelreste, oft Sondermüll |
| Industriesauger | Unterdruck zieht Staub und feinen Schmutz ab | Hallenböden, Lüftungen, Anlagenoberflächen | Staub im Filter, normaler Abfall |
Wann Trockeneis, Hochdruck oder Chemie die richtige Wahl ist
Die Wahl hängt von drei Fragen ab: Was ist verschmutzt, wie empfindlich ist das Material, und darf Feuchtigkeit oder Chemie zurückbleiben?
Ist die Fläche empfindlich, zum Beispiel Elektronik oder eine bewegliche Maschine?
Muss der Schmutz sofort weg, ohne dass Sie die Fläche trocknen oder spülen?
Trockeneisstrahlen passt zu Ihrer Fläche. Es arbeitet trocken, leitet keinen Strom und hinterlässt keine Feuchtigkeit.
Trockenes Absaugen mit einem Industriesauger reicht oft schon und schont die Fläche zusätzlich.
Sitzt der Schmutz als Fett, Öl oder Kalk fest an der Oberfläche?
Chemische Reinigung löst den Schmutz zuverlässig. Sie braucht aber Zeit zum Einwirken und zum Abspülen.
Hochdruckreinigung mit Wasser entfernt lose Ablagerungen schnell, vor allem in Rohren und an Hallenböden.
Wie Sie vor dem Einsatz die Sicherheit klären
Bevor die Firma anfängt, müssen Sie und die Firma gemeinsam prüfen, welche Gefahren an Ihrer Anlage bestehen. Das schreibt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft vor: Beide Seiten informieren sich gegenseitig über Risiken, bevor die Arbeit beginnt. Läuft eine Maschine mit beweglichen Teilen, muss sie abgeschaltet und gegen versehentliches Wiederanlaufen gesichert werden, bevor jemand daran reinigt.
Bei Behältern, Silos oder engen Räumen kommt ein weiterer Schritt dazu. Eine Fachkraft misst vorher die Luft, damit keine gefährlichen Gase oder Dämpfe zurückbleiben. Erst danach stellt die verantwortliche Person eine schriftliche Erlaubnis aus, und ein Posten bleibt während der Arbeit davor, der im Notfall sofort helfen kann.
Fünf Punkte gehören deshalb vor jedem Auftrag auf den Tisch:
- Muss die Anlage stillstehen, und für wie lange?
- Wer schaltet die Maschine ab und sichert sie gegen Wiederanlaufen?
- Gibt es Behälter oder enge Räume, die vorher auf Gase geprüft werden müssen?
- Wer entsorgt Reinigungsmittelreste und abgetragenen Schmutz nach der Arbeit?
- Welchen schriftlichen Nachweis bekommen Sie nach der Reinigung, etwa ein Protokoll?
Wer für Schäden und Rückstände geradesteht
Verursacht die Firma bei der Arbeit einen Schaden, haftet sie dafür wie für einen eigenen Fehler. Die Einzelheiten dazu, etwa zur Betriebshaftpflicht und zum Generalschlüssel, stehen im Beitrag Wer zahlt, wenn die Reinigungsfirma etwas beschädigt.
Klären Sie außerdem vor dem Auftrag, wer die Rückstände entsorgt, etwa verbrauchte Reinigungsmittel oder abgetragene Farbe. Bei gefährlichen Rückständen braucht die Entsorgung oft einen eigenen Nachweis, den eine Fachfirma für Sie ausstellt.
Was Sie im Auftrag schriftlich festhalten
Ein klarer Auftrag beugt Streit vor und schützt Sie, wenn später etwas schiefgeht. Fünf Schritte führen von der ersten Anfrage bis zur Übergabe.
Anlage besichtigen
Die Firma sieht sich Halle, Maschine oder Anlage vor Ort an und bespricht mit Ihnen die Gefahren.
Verfahren festlegen
Sie einigen sich schriftlich auf das Verfahren, den Umfang und den Zeitraum der Arbeiten.
Anlage abschalten und sichern
Die zuständige Person schaltet die Maschine ab und sichert sie gegen Wiederanlaufen.
Reinigung durchführen
Die Firma reinigt nach dem vereinbarten Verfahren und hält sich an die Schutzmaßnahmen.
Ergebnis übergeben
Sie prüfen das Ergebnis gemeinsam und halten es mit einem kurzen Protokoll fest.
Ein solches Protokoll hilft auch später weiter, etwa wenn die Firma erneut beauftragt wird und Ihr Vorgehen dazu passen soll; mehr dazu im Beitrag Wie Sie eine Gebäudereinigungsfirma sicher beauftragen.
Häufige Fragen
Muss die Maschine für die Industriereinigung abgeschaltet werden?
Ja, sobald bewegliche Teile ein Risiko darstellen, muss die Anlage abgeschaltet und gegen ungewolltes Wiederanlaufen gesichert werden, bevor die Reinigung beginnt. Das schreibt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft für Reinigungsarbeiten an Maschinen vor. Ausnahmen gelten nur, wenn die Reinigung selbst keinen Kontakt zu beweglichen Teilen hat.
Was ist Trockeneisstrahlen, und wofür eignet es sich?
Trockeneisstrahlen schießt minus 78,5 Grad kalte Kohlendioxid-Pellets mit 6 bis 14 bar auf die Fläche und löst Fett, Öl, Farbe oder Ruß ab. Die Pellets verdampfen sofort und hinterlassen keine Rückstände. Das Verfahren eignet sich besonders für Maschinen und Elektronik, weil es trocken arbeitet und keinen Strom leitet.
Muss ein Behälter vor der Reinigung auf gefährliche Gase geprüft werden?
Ja, eine Fachkraft muss die Luft in Behältern, Silos oder engen Räumen vorher messen. Erst wenn feststeht, dass keine gefährlichen Gase oder Dämpfe auftreten, darf jemand hinein. Zusätzlich braucht es eine schriftliche Erlaubnis und einen Posten, der von außen im Notfall helfen kann.
Wer entsorgt den Schmutz nach der Industriereinigung?
In der Regel entsorgt die beauftragte Firma Reinigungsmittelreste und abgetragenen Schmutz, weil sie die Vorschriften dafür kennt. Halten Sie das trotzdem schriftlich im Auftrag fest, damit es keinen Streit gibt. Bei gefährlichen Rückständen braucht die Entsorgung oft einen eigenen Nachweis.
Kann die Anlage während der Reinigung weiterlaufen?
Ob die Anlage weiterlaufen kann, hängt vom Verfahren und von der Gefahr ab. Bei beweglichen Teilen mit Verletzungsrisiko muss die Anlage stillstehen. Bei ruhenden Flächen ohne diese Gefahr lässt sich in Abstimmung mit der Firma oft weiterarbeiten, geklärt in der gemeinsamen Prüfung der Gefahren vor dem Auftrag.
