Diese 3 Schritte gehören zur Bauendreinigung
Die Reinigung nach dem Bau läuft in drei Schritten: grob, fein und, wenn nötig, intensiv. Jeder Schritt hat einen eigenen Umfang und einen eigenen Preis.
Die Grobreinigung entfernt Bauschutt, Verpackungen und Schutzfolien, damit die Fläche überhaupt begehbar wird. Sie läuft oft schon während der Bauzeit, direkt nach den staubigen Arbeiten. Die Feinreinigung kommt danach, kurz vor dem Einzug. Sie wischt Böden nass, putzt Fenster innen und außen, säubert Bad und Küche und wischt Türen und Steckdosen ab.
Grob kostet 3 bis 5 Euro je Quadratmeter, fein 5 bis 8 Euro und intensiv 8 bis 12 Euro, jeweils netto. Ein zweites Anbieterportal nennt für ganze Wohnungen im Neubau 3,50 bis 6 Euro und für Büroflächen 4 bis 7 Euro insgesamt.
| Schritt | Was die Firma macht | Preis je Quadratmeter |
|---|---|---|
| Grobreinigung | Bauschutt, Verpackungen und Folien wegräumen, groben Staub kehren und saugen | 3 bis 5 Euro |
| Feinreinigung | Böden nass wischen, Fenster beidseitig putzen, Bad, Küche, Türen und Steckdosen säubern | 5 bis 8 Euro |
| Intensivreinigung | Eingetrockneten Mörtel, Zementreste, Farbspritzer und Kleberreste entfernen | 8 bis 12 Euro |
Grob-, Fein- und Intensivreinigung laufen meist nacheinander, nicht immer alle drei bei jedem Bau. Ein neuer Rohbau braucht oft nur grob und fein. Erst wenn Handwerker Mörtel oder Farbe auf Fliesen und Fenstern hinterlassen haben, kommt die Intensivreinigung dazu. Die bezahlen Sie meist als eigene Position.
Wer zahlt die Reinigung nach dem Bau?
Kein Handwerksbetrieb putzt automatisch alles auf, was am Bau an Schmutz entsteht. Das gilt nur, wenn der Vertrag es ausdrücklich sagt. Der Fliesenleger entfernt seinen eigenen Kleber, nicht den Staub, den der Trockenbauer hinterlassen hat. Jeder Betrieb räumt nur seinen eigenen Dreck weg.
Die Reinigung über alle Handwerksbereiche hinweg, kurz vor dem Einzug, ist deshalb eine eigene Leistung. Niemand schuldet sie automatisch. Bei einem Bauträgervertrag steht oft nur das Wort besenrein in der Baubeschreibung.
Renovieren Sie Ihr eigenes, bewohntes Haus, zählt die Reinigung danach oft zu den Leistungen, die das Finanzamt fördert. Sie ziehen 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer ab, höchstens 4.000 Euro im Jahr, gegen Rechnung und Überweisung. Ähnlich funktioniert das bei den haushaltsnahen Dienstleistungen. Bei einem Neubau vor dem ersten Einzug ist das nicht immer so klar. Lassen Sie sich vorher von Ihrem Steuerberater oder beim Finanzamt beraten, ob zu diesem Zeitpunkt schon ein eigener Haushalt zählt.
40 Punkte, die Sie vor dem Einzug prüfen
Vor der Übergabe gehen Sie am besten Raum für Raum durch und haken 40 Punkte ab. Sie verteilen sich auf sieben Bereiche: Fenster, Böden, Wände und Decken, Türen, Bad, Küche und Technik. Für jeden Punkt reicht meist eine Minute.
- Fenster, 8 Punkte: Scheiben innen und außen ohne Schlieren, Rahmen innen und außen sauber, kein Staub in den Falzen, Fensterbänke innen und außen, Griffe und Beschläge, keine Aufkleber oder Folienreste mehr, Silikonfugen ohne Kleberreste, Rollladenkästen und Lamellen.
- Böden, 7 Punkte: Fliesen ohne grauen Schleier, Fugen sauber, Parkett und Laminat ohne Kratzer und Kleberreste, Sockelleisten oben abgewischt, Treppenstufen sauber, Schutzfolie von neuen Böden nach Anleitung des Herstellers entfernt, Übergänge zwischen den Belägen sauber.
- Wände und Decken, 5 Punkte: kein Staub an Decke und Lampen, keine Gipsspuren an Wänden, Tapetenkanten ohne Kleisterreste, Heizkörper innen und dahinter sauber, Lüftungsgitter sauber.
- Türen, 5 Punkte: Türblätter auf beiden Seiten sauber, Rahmen und Falze sauber, Scharniere und Schließbleche sauber, Türgriffe sauber, Glasausschnitte in Türen sauber.
- Bad, 6 Punkte: Waschbecken und Armaturen ohne Kalk und Silikonreste, WC innen und außen samt Spülkasten, Dusche und Wanne samt Abfluss, Fliesen und Fugen sauber, Spiegel sauber, Halterungen und Ablagen sauber.
- Küche, 4 Punkte: Arbeitsplatten und Spüle sauber, Schränke innen und außen sauber, Geräte innen sauber und ohne Transportsicherung, Dunstabzug sauber.
- Technik, 5 Punkte: Steckdosen und Schalter ohne Staub und Farbspuren, Sicherungskasten außen sauber, Heizungsraum gefegt, Kellerräume sauber, Aufzug und Aufzugsschacht sauber.
Wann beauftragen Sie die Reinigung am besten?
Am besten beauftragen Sie die Reinigung vier Wochen vor dem Einzug. Legen Sie den Termin auf den Tag nach dem letzten Handwerker, und begleiten Sie die Übergabe selbst. Die häufigsten Fehler dabei sind ein zu früher Start, falsche Reinigungsmittel, zu wenig Entstaubung und übersehene Kleinigkeiten wie Lichtschalter oder Türscharniere.
- Vier Wochen vorher zwei Angebote einholen, nach einer Besichtigung. Das Angebot nennt die Fläche, die Zahl der Fenster, die drei Reinigungsschritte einzeln, den Umgang mit empfindlichen Flächen wie Naturstein oder Sicherheitsglas und wer den Müll entsorgt.
- Termin auf den Tag nach dem letzten Handwerker legen und mit der Bauleitung festhalten. Putzt die Firma, während der Maler noch schleift, zahlen Sie am Ende doppelt.
- Pflegehinweise für neue Böden bereithalten. Manche neuen Böden tragen ab Werk eine Schutzschicht, die nach genauer Anleitung entfernt werden muss. Das falsche Mittel schädigt Linoleum oder Naturstein dauerhaft.
- Grobreinigung abnehmen, bevor die Feinreinigung beginnt. Schutt und Folien müssen erst raus sein, sonst putzt die Firma um sie herum.
- Feinreinigung mit der 40-Punkte-Liste durchgehen, Raum für Raum, bei Tageslicht und mit einer Lampe für Fensterfalze und Steckdosen.
- Mängel schriftlich festhalten und eine Frist zur Nachreinigung vereinbaren. Erst danach die Rechnung freigeben.
Reinigen während des Baus lohnt sich oft mehr als am Ende. Eine Schutzfolie auf der Glasfassade kostet meist weniger als die spätere Intensivreinigung für 8 bis 12 Euro je Quadratmeter.
Wie Sie die Reinigung richtig abnehmen
Die Bauendreinigung ist ein Auftrag mit einem klaren Ziel: ein sauberes Gebäude. Deshalb nehmen Sie die Arbeit am Ende ab, so wie bei jedem Handwerkerauftrag. Mit der Abnahme gilt die Leistung als erledigt. Ab dann müssten Sie im Streitfall beweisen, dass ein Mangel schon vorher da war, nicht die Firma.
Ohne ein Übergabeprotokoll gilt die Reinigung sogar dann als abgenommen, wenn Sie gar nichts unterschrieben haben. Voraussetzung ist nur, dass die Firma Ihnen dafür eine angemessene Frist gesetzt hat. Nennen Sie in dieser Frist mindestens einen Mangel schriftlich, sonst verlieren Sie das Recht, sich später noch zu beschweren.
Termin vereinbaren
Gemeinsame Begehung am Tag der Fertigstellung, bei Tageslicht, mit der 40-Punkte-Liste, einer Taschenlampe und einer Kamera.
Raum für Raum prüfen
Jeden Punkt der Liste als in Ordnung oder als Mangel notieren, jeden Mangel mit Foto und Raumbezeichnung. Eine einzelne Wischspur allein reicht nicht, um die Abnahme zu verweigern, gehört aber trotzdem ins Protokoll.
Protokoll unterschreiben
Beide Seiten unterschreiben Datum, Teilnehmer, die Liste der Mängel und eine Frist zur Nachreinigung. Bei echten Mängeln verweigern Sie die Abnahme und nennen die Mängel schriftlich.
Nachreinigung prüfen
Der Betrieb beseitigt die Mängel innerhalb der Frist, meist innerhalb von zwei bis fünf Werktagen. Sie prüfen danach nur noch die Punkte aus dem Protokoll.
Rechnung freigeben
Nach einer mängelfreien Abnahme zahlen Sie per Überweisung gegen Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten. Bleiben Mängel offen, behalten Sie einen angemessenen Teil des Preises ein.
Mehr dazu, wie Sie von Anfang an eine Reinigungsfirma sicher beauftragen, einschließlich Verträgen und Nachweisen, finden Sie dort.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bauendreinigung pro Quadratmeter?
Die Bauendreinigung kostet 3 bis 5 Euro je Quadratmeter für die Grobreinigung, 5 bis 8 Euro für die Feinreinigung und 8 bis 12 Euro für die Intensivreinigung, jeweils netto. Für ganze Wohnungen im Neubau nennt ein zweites Portal 3,50 bis 6 Euro insgesamt.
Muss der Bauunternehmer die Bauendreinigung übernehmen?
Nein, ein Bauunternehmer putzt nur, was der Vertrag ausdrücklich nennt. Ohne diese Klausel entfernt jeder Handwerksbetrieb nur seinen eigenen Schmutz. Die Reinigung über alle Bereiche hinweg vor dem Einzug beauftragen und bezahlen Sie gesondert.
Was ist der Unterschied zwischen Grob- und Feinreinigung?
Die Grobreinigung entfernt Bauschutt, Verpackungen und Schutzfolien, damit die Fläche begehbar wird. Die Feinreinigung putzt danach Böden, Fenster, Bad, Küche und Steckdosen bis zur Wohnfertigkeit.
Wie nehme ich eine Bauendreinigung richtig ab?
Sie nehmen die Reinigung mit einer gemeinsamen Begehung bei Tageslicht ab, prüfen Raum für Raum anhand einer Liste, halten jeden Mangel mit Foto fest und vereinbaren eine Frist zur Nachreinigung. Ohne Vorbehalt im Protokoll verlieren Sie das Recht, bekannte Mängel später noch geltend zu machen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Bauendreinigung?
Der richtige Zeitpunkt ist der Tag nach dem letzten Handwerker, meist nach Maler, Bodenleger und dem Einbau von WC und Waschbecken. Wer zu früh putzt, während noch gearbeitet wird, zahlt am Ende doppelt.
